Eine PHP Konferenz in Berlin war für mich die ideale Kombination, endlich mal wieder meinen Koffer zu packen, in einen Zug zu sitzen und mich vier Tage in einem Hotel mit einer Menge Entwickler aufzuhalten.

Berlin fand ich spitze, aber da das hier kein Blog über Städtereisen ist, schreibe ich heute „nur” eine kurze Zusammenfassung dessen, was ich mit Nico und Frank auf der International PHP Conference Spring Edition 2010 und der Webinale 2010 erlebt und gelernt habe.

Die Workshops

Begonnen hat die Konferenz für mich mit einem Workshop am Sonntag nachmittag (morgens hatten wir eine Stadtrundfahrt, aber dazu wollte ich ja hier nichts schreiben). Der Workshop „Softwarearchitektur vs PHP” von Johann-Peter Hartmann war sehr unterhaltsam und mit der Vorstellung von ATAM (Architecture Tradeoff Analysis Method) habe ich auch etwas neues gelernt. Ich hatte zwar mit etwas mehr Inhalten zum Thema Architektur gerechnet und hätte auf den interaktiven Teil auch verzichten können, aber alles in allem war es ein interessanter Vortrag.

Montag

Der Montag startet mit zwei eher durchwachsenen Keynotes: Während der Vortrag „Die Mensch-Maschine-Beziehung und ihre Folgen” von Ibrahim Evsan unterhaltsam war, obwohl er nichts Neues erzählt hatte, war die Google-Keynote „Die Zukunft liegt in der Cloud” einfach nur langweilig. Der Gipfel war, dass Petra Sonnenberg zeigen wollte, wie in Zukunft alle unsere Applikationen in der Cloud laufen, gleichzeitig aber eine Präsentation mit Google Docs erstellt hatte, die aussah wie die ersten Gehversuche mit Power Point. Geendet hat die Keynote mit einem Werbevideo von Google. Nicht gerade das, was ich mir von einem Unternehmen wie Google versprochen hatte.

Danach kam das Highlight des Tages: Julian Koschwitz hat in seiner Session zu „Augmented Editorial Design” gezeigt, wie man klassische Printmedien mit dem Web verbinden kann und Magazine um dynamischen Content wie Videos oder Sound anreichern kann. Eine Webcam und ein Browser ist ausreichend. Ähnlich gut war die erste Session der IPC, die ich danach besucht habe. David Soria Parra hat sehr anschaulich dargestellt, wie „Git für Fortgeschrittene” Probleme beseitigt, die viele von uns mittlerweile mit Subversion haben.

Nachmittags ging es mit einem Vortrag zu „Continuous Integration und Continuous Deployment” von Manuel Pichler weiter, von dem ich mir auch mehr erhofft hatte. Manuel hat die zwar Bewegründe für CI und wie man es schrittweise einführt schön zusammengefasst, der Teil über Deployment ist leider sehr kurz ausgefallen und war für mich leider nicht hilfreich, da wir täglich und nicht nur wöchentlich deployen.

Abgeschlossen habe ich den Tag mit der für mich langweiligsten Session der Webinale: „Positive User Experience durch User Centered Web Design”. Meine Experience war in diesem Vortrag nicht sehr positiv, was zum Teil auch an der fortgeschrittenen Uhrzeit gelegen haben mag.

Dienstag

Der Dienstag morgen begann mit einem Vortrag zu „Frontend Performance mit PHP” von Frank und Nico, der sehr gut besucht war und mir auch noch ein paar neue Impulse gegeben hat, obwohl ich natürlich wußte, was auf mich zu kommt.

Da sich Jung von Matt für die aktuelle 1&1 Kampagne verantwortlich zeigt, habe ich mir danach die Session „Künftig entscheidend für den Erfolg (fast) jeder Marke: Produktinfo und -inszenierung” von Michael Behrens angeschaut. Die Beispiele, die er gezeigt hat, waren interessant, jedoch weit weg von dem, was JvM für 1&1 macht. Deutlich cooler waren auch die Beispiele, die Michael Chaize in seiner Session „Ten Innovative Projects for the Flash Platform” gezeigt hat. Von 3D-Grafiken über Gesichtserkennung bis hin zur Emulation von Spielekonsolen war da für jeden was dabei. Flash scheint (leider) trotz HTML5 immer noch nicht tot zu sein.

Durch das ständige Vertauschen von Sessions habe ich leider mittags einige Sessions verpasst und die Zeit genutzt, was für’s Büro zu programmieren. Abgeschlossen habe ich den Tag mit einer spontanen Session zu YQL von Yahoo!, in der leider nur die Standard-Beispiele gezeigt wurden.

Mittwoch

Den Mittwoch habe ich nach dem Hotel-Checkout wieder mit zwei Keynotes auf der Webinale begonnen. David Carr hat in seiner Keynote „The Speed of Now” den Namen zum Programm gemacht und ist extrem schnell durch eine Masse an Slides gegangen, so dass man ihm kaum noch folgen konnte. Ossi Urchs Keynote „Social Web oder Die neue Macht der Nutzer” klang eher nach einer Keynote von 2008 als nach einer Keynote in der man Trends für 2011 erfahren hätte. Das allgegenwärtige „Twitter, Facebook und Smartphones beherrschen unser Leben!” wurde am dritten Tag der Webinale dann doch etwas alt.

Danach fand die Panel Diskussion „Holy Code, holy Shit! – Die Developer-Designer-Hölle” statt, an der ich auch beteiligt war. Leider war es organisatorisch nicht möglich, dass sich alle Teilnehmer vorher treffen, so dass hier keine wirkliche Diskussion entstand und es eher bei „Thema verfehlt” einzuordnen war. Sollte ich jemals wieder an einer Panel-Diskussion teilnehmen, dann nur, wenn es vorher auch möglich ist, sich mit den anderen Teilnehmern und vor allem dem Moderator abzustimmen.

Nach der Mittagspause war ich dann mit meinem Vortrag „23 Dinge, die Sie über Software-Entwicklung in Teams wissen sollten” dran.

Der Vortrag lief gut, ich habe mir auch meinen „Cowboy/Indianer”-Witz merken können und das Feedback war durchweg positiv. Abgeschlossen habe ich den Tag mit einem Vortrag von Frank zum Thema „A better Approach for File System dependent tests”, in dem Frank sein Projekt vfsStream vorgestellt hat.

Zusammenfassend hat sich der Besuch der Konferenzen für mich mehr gelohnt, als das in den letzten Jahren der Fall war. Tatsächlich habe ich während der Konferenz jedoch festgestellt, dass mich die Themen der Webinale mittlerweile mehr fesseln als die Sessions auf der PHP Conference.