Nachdem ich in letzter Zeit häufig Politiker zitiert habe, die etwas sinnvolles getan oder geleistet haben, macht dieser Trend mit einem Zitat der eisernen Lady Margaret Thatcher eine Kehrtwende. Die britische Premierministerin hat häufig die Floskel „There is no alternative.” verwendet. Ein Zitat, das bei mir keine positiven Gefühle auslöst.

Dieser Satz ist ein bequemer Weg, um eine Entscheidung zu begründen. So unwahr dieser Satz in der Politik ist, genauso unwahr ist es, wenn es um Software-Entwicklung oder das Management von Entwicklungs-Teams geht. Wenn jemand Ihnen glauben machen will, dass Sie unbedingt eine Rules Engine/Scala/PHP/einen Application Server einsetzen müssen, um ein Problem zu lösen und das damit begründet, dass das der einzige Weg ist, das Problem zu lösen, dann schauen Sie besser genauer hin.

Statt des einzigen Wegs ist es meistens eher der einzige Weg, den die entsprechende Person kennt, oder der, bei dem er nichts neues lernen muss oder sogar der, der einem Consultant das meiste Geld bringt.

Die Gründe für die scheinbare Alternativlosigkeit werden Ihnen natürlich nicht mitgeteilt. Mit dem Satz „Es gibt keine Alternative.” wird nur versucht, eine Diskussion über mögliche Wege von Anfang an zu unterbinden.

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat für dieses Muster den Begriff „TINA-Prinzip” geprägt, in Anlehnung an die Anfangsbuchstaben von „There Is No Alternative.” Passend dazu hat die Politikwissenschaftlerin und ehemalige Greenpeace-Vorstandsmitglied Susan George dem TINA-Prinzip den Aufruf „TATA!” entgegengestellt:

There Are Thousands of Alternatives!

Ob Sie dem TINA- oder dem TATA-Prinzip folgen, liegt bei Ihnen, Sie haben die Alternative.