Jeder ist entbehrlich – außer John Rambo
In Rambo II – Der Auftrag wird John Rambo von seinem ehemaligen Vorgesetzten aus dem Gefängnis (in das man in nach Rambo – First Blood gesteckt hat) geholt und nach Vietnam geschickt. Dort soll er Photos von Kriegsgefangenen machen, die auch viele Jahre nach dem Vietnamkrieg dort festgehalten und gefoltert werden.
Unterstützt wird John Rambo dabei von der Vietnamesin Co Bao, in die er sich während seines Einsatzes verliebt und von Captain Vinh getötet wird. Rambo schwört Rache und befreit die Kriegsgefangenen unter Einsatz seines eigenen Lebens aus den Klauen des Vietcong.
Vor ihrem Tod führen Rambo und Co Bao die folgende Unterhaltung.
Rambo: „Ach weißt Du, ich bin entbehrlich.”
Co Bao: „Was bedeutet entbehrlich?”
Rambo: „Das ist so, als wenn man zu einer Party eingeladen wird, und dann nicht hingeht. Es spielt einfach keine Rolle.”
Co Bao: „Rambo, Du bist nicht entbehrlich.”
John Rambo ist also nicht entbehrlich. Doch was hat er davon? Immer wieder, wenn es Probleme gibt, muss Rambo sein Leben einsetzen, um diese Probleme zu lösen. Was das aus ihm gemacht hat, sieht man sehr gut im ersten Film der Rambo Reihe: In First Blood kommt Rambo aus dem Krieg zurück in eine Kleinstadt und ist so traumatisiert, dass er sich vom Sheriff provozieren läßt und einen Kleinkrieg anfängt. Am Ende des Films wird er von der Armee eingesperrt und erst wieder auf freien Fuß gesetzt, als man ihn bei einem Todeskommando braucht. Ähnlich ergeht es Rambo in den Jahren danach, statt Vietnam muss er in Rambo III nach Afghanistan. Selbst als er sich in „John Rambo” einen Altersruhesitz in Thailand aufbauen möchte, und wirklich keinen Ärger mehr sucht, kommt er nicht zur Ruhe. Stattdessen muss er eine Gruppe Missionare aus Burma retten, die nicht auf ihn hören wollten. Sein Leben wiederholt sich immer wieder.
Viele Software-Entwickler wollen so sein, wie John Rambo: unentbehrlich. Sie sind glücklich, wenn sie die einzigen sind, die wissen, wie man mit einer bestimmten Datenbank oder einer Legacy-Applikation umgeht. Wenn es Probleme mit dieser Datenbank oder dieser Anwendung gibt, dann muss man beim einzigen Entwickler vorsprechen, der sich damit auskennt und ihn bitten, diese Probleme zu lösen. Wenn man so manchen „unentbehrlichen” Entwickler reden hört, dann lassen sich diese Probleme auch nur, wie von John Rambo, unter „Einsatz des eigenen Lebens” lösen.
Auch wenn es anfänglich schmeichelt, immer dann gerufen zu werden, wenn es Probleme gibt, bringt diese Unentbehrlichkeit auch negative Seiten mit sich. Einem solchen Entwickler wird die Möglichkeit genommen, sich weiter zu entwickeln. Er bleibt auf der aktuellen Position sitzen, weil er ab und zu an dieser Stelle dringend gebraucht wird. So wie Rambo in Friedenseiten langsam zu einem Relikt aus alten Zeiten wird, geht es auch diesen Entwicklern. Und wenn die Systeme des Entwicklers sterben, so stirbt auch der Entwickler mit ihnen. Und wie John Rambo in Thailand, möchte ein Entwickler sich später einmal neu orientieren. So lange er in seinem alten Job nicht entbehrlich geworden ist, wird er dort immer zu jeder Tages- und Nachtzeit gerufen werden.
Falls Sie also ein „unentbehrlicher” Entwickler sind, lauet mein Rat an Sie: „Seien Sie nicht John Rambo, machen Sie sich entbehrlich.”
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vor 5 Monaten
So schlecht wäre der John als Programmier nicht. Keep it simple hat er definitiv verinnerlicht, wie der berühmte Dialog über das blaue Licht beweist:
Rambo: “Das ist blaues Licht.”
Hamid: “Und was macht es?”
Rambo: “Es leuchtet blau.”