Ferdinand von Schirach ist Anwalt. In seinem Buch “Verbrechen” schreibt er in klarer und knapper Sprache über reale Fälle aus seiner Erfahrung. Wenn er in zwei Sätzen schreibt, wie ein Mann seine Frau zerhackt und man dabei weiß, dass es sich um echte Fälle handelt, braucht es keiner ausschweifenden Sprache, um einem einen Schauer über den Rücken zu jagen.

Beck stand noch zwei Sekunden. Dann fiel auch er, sein Kopf klatschte gegen die Bank und hinterließ dort eine rote Schliere. Dann lag er da, seine Augen waren offen, er schien die Schuhe des Mannes zu betrachten. Der Mann rückte seine Brille wieder gerade. Er schlug die Beine übereinander, zündete sich eine Zigarette an und wartete auf seine Festnahme.

Ich habe das Buch in weniger als 12 Stunden gelesen und da ich nachts um 4 erst damit angefangen hatte, musste ich notgedrungen dazwischen auch mal schlafen. Eigentlich will man es, wenn man einmal damit angefangen hat, nicht mehr aus der Hand legen. Man hofft die ganze Zeit, dass die Geschichte, die man gerade liest, gut ausgeht, was leider viel zu selten der Fall ist.

Das Buch ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert, sofern man nicht zu zart besaitet ist.