Chad Fowler schreibt in seinem Buch „Der leidenschaftliche Programmierer” (im Original „The Passionate Programmer”), dass man jedes Jahr eine neue Programmiersprache lernen sollte.

Da ich mich für einen leidenschaftlichen Programmierer halte, habe ich mir mal Gedanken dazu gemacht, ob ich diesen Tipp in meiner bisherigen Laufbahn befolgt habe. Dabei kam ich auf die folgende Liste von Programmiersprachen, die ich bisher gelernt habe:

  • 1987: Basic
    Damit hat wohl jeder angefangen. Bei mir war es hauptsächlich die Grafik-Programmierung auf meinem Commodore 128D.
  • 1990: Amiga Basic
    Nachdem ich dann einen Amiga 500 hatte, ging es natürlich mit Amiga Basic weiter.
  • 1990: Assembler
    Demo-Programmierung auf dem Amiga 500 und 1200 war einige Jahre meine größte Liebe. Man findet heute sogar noch Demos von mir im Netz.
  • 1991: ARexx
    In ARexx habe ich etwas geschrieben, was man heute wohl als Chat-Bot bezeichnen würde. User, die sich auf unser BBS eingewählt haben, dachten, sie chatten mit unserem Admin, haben sich aber nur mit meinem Programm unterhalten.
  • 1992: Turbo Pascal
    Musste ich zwangsläufig in der Schule lernen, hat mich jedoch nie wirklich begeistert.
  • 1994: Gopher
    Im ersten (und einzigen) Semester meines Informatik-Studiums, seltsamerweise konnte ich im Netz gar nichts mehr dazu finden.
  • 1997: Visual Basic
    Das musste ich lernen, als ich eine Software, für den Comic-Laden, in dem ich gejobbt habe, in Access umgesetzt habe. Es war besser, als es klingt.
  • 1998: HTML
    Ich hatte das Internet entdeckt.
  • 1998: JavaScript
    Und ich hatte entdeckt, dass Webseiten auch interaktiv sein können.
  • 1998: PHP3
    Und dann hatte ich entdeckt, dass Daten für Webseiten aus Datenbanken kommen sollen.
  • 2000: PHP4
    Da bin ich dann ziemlich lange bei PHP hängen geblieben.
  • 2001: ActionScript
    Wer zu dieser Zeit in einer Agentur gearbeitet hat, kam nicht drum rum, auch mal in Flash zu programmieren.
  • 2002: XSLT
    Die Vermischung von Content, Layout und Logik hat mir noch nie gefallen, also musste ich was dagegen tun.
  • 2004: C
    Und wollte natürlich auch mal eine Extension für PHP schreiben. Das hat zwar funktioniert, aber trotzdem habe ich C ziemlich schnell wieder aufgegeben.
  • 2004: PHP5
    Und immer die aktuellste PHP Version einsetzen.
  • 2005: Java
    Habe ich ursprünglich nur gelernt, weil ein Kollege der Meinung war, man könne eine PHP-Anwendung von mir nicht in Java schreiben und ich ihn vom Gegenteil überzeugen wollte. Mittlerweile fühle ich mich in Java mindestens genauso wohl, wie in PHP.
  • 2009: Groovy
    Irgendwann wollte ich doch mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, die Stärken von PHP und Java zu vereinen. Leider hat es sich für mich nicht so besonders angefühlt und besonders viel Code ist nicht dabei raus gekommen.

Wenn ich alles zusammenrechne, so schaffe ich es in 22 Jahren auf 17 Programmiersprachen, ich hatte also 5 leidenschaftslose Jahre. Ich hoffe mal, Mr. Fowler sieht das nicht so eng.

Tatsächlich hatte ich 1995 meine lang geplante Entwicklerlaufbahn an den Nagel gehängt und mich stattdessen für ein Pädagogik-Studium entschieden. Der Weg zurück zur Entwicklung war nicht sehr linear und hat gut 2 Jahre gedauert.

Doch nun haben wir 2010, wie soll es also weiter gehen? Weiter geht es dieses Jahr mit Ruby; das Buch dazu habe ich heute bestellt. Es ist also nicht auszuschließen, dass Sie bald an dieser Stelle auch Artikel zu Ruby finden werden. Das wiederum wird Mr. Fowler sicher gefallen, schließlich ist der einer der Mitbegründer von Ruby Central.