Unter dem Tag „An meiner Wand” publiziere ich Weisheiten, die mir so wichtig sind, dass sie bei mir im Büro an der Wand hängen. Heute habe ich allerdings eine Weisheit, die nicht an meiner Wand hängt, sondern, die auf einem kleinen Zettel steht, den ich immer in der Innentasche meines Jacketts mit mir rumtrage.

Denk positiv, Du Idiot!

Dieser soll mich regelmäßig dran erinnern, beim Auftreten eines Problems, positiv zu denken, anstatt mich auf den negativen Aspekt zu fokussieren. Beispiele für solche Situationen, in denen ich oft zum negativen Aspekt tendiere, bis mich mein Jackett umstimmt, sind:

  • Ein Bug ist aufgetreten. Statt eine Lösung zu suchen, hält man sich mit der Klärung der Schuldfrage auf.
  • Ein Kunde ist mit dem gelieferten Ergebnis, das genau den Anforderungen entspricht, nicht zufrieden. Statt einen Kompromiss zwischen neuen Anforderungen und Umsetzbarkeit zu suchen, wird darüber diskutiert, dass alle Anforderungen korrekt umgesetzt wurden. Das macht den Kunden unglücklich und mein Glück ist nun mal eng mit dem Glück des Kunden verbunden.
  • Eine Schnittstelle wird nicht rechtzeitig und wie vereinbart geliefert. Statt nach einer Lösung zu suchen, wie die weitere Zeitplanung eines unverschiebbaren Projektes noch eingehalten werden kann, wird darüber diskutiert, warum es zur Verschiebung kam und dass dadurch der unverschiebbare Zieltermin eben doch verschoben werden muss.

Nüchtern und objektiv betrachtet, wissen wir alle, wie man sich in solchen Situationen verhalten muss, um das Beste daraus zu machen. Befinde ich mich aber subjektiv und emotional in einer solchen Situation, bedarf es oft eines Außenstehenden, der mich daran erinnert, wie ich mich eigentlich verhalten möchte. Dieser Außenstehende bin ich durch meinen Zettel selbst, eben nur mit einer Erinnerung aus der Vergangenheit.

Dank gebührt hierbei auch Stefan Schopohl, der „Denk positiv, Du Idiot!” für mich gestaltet, ausgedruckt und ausgeschnitten hat, nachdem ich immer nur davon geredet habe.